Kategorie STERBEBEGLEITUNG | Lesezeit ca. 17 Min
Wenn das eigene Tier stirbt: Abschied, Schuld und Trauer
Ich war die Fachfrau – und bei Mischu trotzdem einfach nur ihr Mensch
Vieles am Lebensende deines Tieres kannst du beeinflussen. Du kannst untersuchen, behandeln, Futter anpassen, Medikamente geben, beobachten, dokumentieren und hoffen. Du kannst Schmerzen lindern, den Alltag erleichtern und jeden guten Moment festhalten.
Was du nicht beeinflussen kannst, ist der Moment, in dem sein Körper sagt: Es reicht.
Wenn das eigene Tier stirbt, beginnt die Trauer häufig schon lange vor seinem letzten Atemzug.
Aber wie akzeptierst du etwas, das du mit jeder Faser verhindern willst? Wie bleibst du bei deinem Tier, wenn du selbst längst den Boden unter den Füßen verloren hast? Und was nützt dir all dein Wissen, wenn aus der Fachfrau plötzlich einfach nur der Mensch wird, der sein Tier nicht hergeben möchte?
Worum es geht
Dies ist meine persönliche Geschichte. Ich erzähle sie dir ehrlich, ungeschminkt und so, wie ich diese Zeit erlebt habe. Und ich sage dir direkt: Sie geht zu Herzen. Denn mit Mischu habe ich nicht nur meine erste Katze verloren, sondern eine wundervolle Gefährtin, die viereinhalb Jahre ganz selbstverständlich zu unserem Leben gehörte.
Ja, ich beschäftige mich seit fast zwei Jahrzehnten mit dem Lebensende von Tieren. Ich habe unzählige Tiere und ihre Menschen begleitet und wusste fachlich, was geschah. Doch hinter all diesem Wissen steckt immer noch ein Mensch. In diesem Artikel erzähle ich von der bislang letzten Sterbebegleitung eines eigenen Tieres. Dabei geht es weniger um die einzelnen Phasen des Sterbens als um das, was diese Zeit mit mir gemacht hat. Um Angst, Hoffnung, Schuldgefühle, Erleichterung und um den Moment, in dem ich nicht mehr die Fachfrau war, sondern einfach nur Mischus Mensch.
Als Mischu starb, war ich längst Tierheilpraktikerin und Sterbe-|Trauerbegleiterin. Ich hatte Tiere am Lebensende begleitet, mit ihren Menschen über Lebensqualität gesprochen und mich intensiv mit Sterben, Abschied und Trauer auseinandergesetzt. Ich kannte die Zeichen. Ich wusste, welche Fragen wichtig waren und worauf ich achten musste.
All dieses Wissen war da. Ich konnte nur zeitweise nicht mehr darauf zugreifen.
Denn es ging nicht um irgendein Tier. Es ging um Mischu.
Meine erste Katze. Die Katze, die mit ungefähr sechzehn Jahren bei uns einzog und vom ersten Tag an so selbstverständlich zu uns gehörte, als wäre sie nie woanders gewesen. Die Katze, von der ich wusste, dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt sein würde.
Und die trotzdem viel zu früh ging.
Wenn Erfahrung dich nicht mehr schützt
In den Jahren vor Mischu hatte ich unzählige Tiere und ihre Menschen begleitet. Ich hatte Wissen gesammelt, Ausbildungen gemacht und erlebt, wie unterschiedlich Sterben und Trauer sein können. Damals dachte ich, ich sei vorbereitet. Ich dachte, mein Rucksack voller Fachexpertise würde mich stützen, wenn der Tag X irgendwann kommt.
Dann kam Mischu.
Und sie zeigte mir noch einmal sehr deutlich, dass Erfahrung einen Menschen nicht davor schützt, beim eigenen Tier den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Mischu hat meine Arbeit und meinen Blick auf das Lebensende für immer verändert.
Eine alte Katze auf einem Facebookfoto
Ich sah Mischu zum ersten Mal auf einem Facebookfoto. Eine Bekannte hatte das Bild mit einem Link zum Tierheim Bonn in ihrem Status geteilt. Mischu war, so ihr Steckbrief, ungefähr sechzehn Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen. Sie gehörte definitiv nicht zu den Tieren, bei denen die Interessenten Schlange standen. Natürlich wusste ich, was ihr Alter bedeutete. Wer ein Seniorentier aufnimmt, entscheidet sich nicht nur für eine gemeinsame Zeit, sondern weiß auch, dass diese Zeit möglicherweise schmerzhaft begrenzt sein wird. Und doch war für meinen Mann und mich klar: Sie ist es, wir möchten genau sie kennenlernen.
Vor ihrem Einzug hatte ich trotzdem viele Befürchtungen. Würde sie ängstlich sein? Würde sie sich in ihrem hohen Alter noch an ein neues Zuhause gewöhnen? Unsicher und zurückhaltend bleiben? Mischu machte all diese Gedanken innerhalb kürzester Zeit zunichte. Sie zog ein und war einfach da. Nicht vorsichtig am Rand unseres Lebens, nicht wochenlang zurückgezogen. Sie nahm uns vom ersten Tag an an, so als habe sie schon immer zu uns gehört bzw. wir zu ihr.
„Mischu war die beste erste Katze, die man sich vorstellen konnte.“
— Sonja Tschöpe
Sie hatte eine unfassbare Präsenz, ohne sich aufzudrängen. Wobei das mit dem Aufdrängen natürlich relativ ist – Mischu war schließlich ein Siam-Mix. Wenn ich nach Hause kam, wurde ich erst einmal lautstark angemeckert. Sie maunzte mich lautstark an, teilte mir sehr deutlich mit, dass sie Hunger hatte oder ich zu lange weg gewesen war. Wir hatten unsere Rituale. Abends saßen wir zusammen auf dem Sofa und schauten fern. Kam ich später, wurde das ebenfalls kommentiert. Irgendwann waren diese Routinen so selbstverständlich, dass man sich kaum noch vorstellen konnte, dass es einmal anders gewesen war. Sie erlebte mit uns zwei Umzüge und nahm auch diese Veränderungen trotz ihres Alters erstaunlich gelassen hin. Es war einfach eine Freude, sie bei uns zu haben.
Ein schleichender Prozess
Wenn das eigene Tier stirbt, beginnt die Trauer oft vorher
Irgendwann begann sich etwas zu verändern. Nicht plötzlich, nicht so, dass an einem Morgen alles anders war und ich sofort wusste, was geschah. Die Veränderungen kamen langsam und schleichend.
So erleben es die meisten Tierhalter. Wir wissen, dass unser Tier alt ist. Wir fahren mit ihm zum Check-up, gehen zum Tierarzt, lassen die Werte kontrollieren und hoffen, dass alles stabil geblieben ist. Wir tun etwas – und verschließen gleichzeitig an manchen Stellen die Augen.
Nicht, weil wir unserem Tier nicht helfen wollen, sondern weil wir es unendlich lieben und uns so sehr wünschen, dass das, was wir gerade sehen, nur eine kleine, vorübergehende Veränderung ist.
Dann kam das Jahr 2020. Nach einem wunderschönen Frühsommer, in dem Mischu noch einmal richtig aufblühte und ich diese guten Tage dankbar als „Beweis“ nahm, dass alles noch weit weg ist, ging es rapide bergab.
Mischu wurde plötzlich unsauber, mäkeliger beim Fressen und einfach komischer. Sie hatte seit 2018 bereits eine Demenz, doch irgendwann passten die Veränderungen für mich nicht mehr nur zu dieser Erkrankung oder zu ihrer CNI. Das waren Veränderungen, wie ich sie von Tieren im Sterbeprozess kannte.
Und irgendwann machte es Klick.
Es gibt ein Wissen, das nicht auf einem Laborzettel steht
„Ich glaube, dass man tief im Inneren spürt, wenn das eigene Tier stirbt. Dafür musst du in diesem Moment keine Fachfrau sein. Es gibt dieses tiefe Wissen, diese besondere Verbindung, die sich nicht an einem medizinischen Parameter festmachen lässt.“
SONJA TSCHÖPE
Ich wusste einfach:
Ich glaube, das wird jetzt unsere letzte Reise.
Dieser Gedanke war unfassbar schwer zu tragen. Als ich im Juli in der Praxis meines Tierarztes stand und ihn fragte: „Und was, wenn das jetzt Sterben ist?“, antwortete er noch tröstend: „So schnell wird hier nicht gestorben.“
Eine Woche später, ihre Blutwerte waren unauffällig, war ich zunächst erleichtert. Und trotzdem blieb dieser Gedanke in meinem Hinterkopf: Sie geht. Sie geht.
Es gab keinen Laborwert, der mir das bewies. Keine neue, eindeutige Erkrankung, an der ich mich hätte festhalten können. Wir hätten weiter untersuchen, weiter suchen und bohren können. Aber das war nicht der entscheidende Punkt.
Es gab nicht die eine neue Diagnose. Mischus Körper war einfach am Ende eines sehr langen Lebens angekommen. Ihr Körper sagte langsam: Ich bin so weit.
Der eigene Wunsch zu halten, die eigene Kraft und die ganze Liebe können diesen Prozess nicht aufhalten. Das zu erkennen, fühlt sich wie eine Kapitulation an. Und diese Kapitulation ist nicht schön. Sie war es damals nicht, und sie ist es bis heute nicht.
Außenstehende denken manchmal, dass man einen solchen Abschied mit ausreichend Erfahrung besser übersteht. Man ist schließlich vom Fach, kennt sich aus, hat andere Menschen durch diese Täler geführt.
Doch beim eigenen Tier werden zwei Welten zu einer. Auf der einen Seite die Fachexpertise, auf der anderen Seite der Mensch – der Mensch, der sein Tier über alles liebt, der nicht möchte, dass es geht, und dem dieser endgültige Abschied das Herz zerreißt.
Fachwissen hebt die Liebe nicht auf. Es nimmt dir auch nicht die Angst, dein Tier zu verlieren.
Manchmal ist dieses Wissen zwar noch irgendwo vorhanden, nur liegt es unter einer dicken Schicht aus Angst, Hoffnung, Erschöpfung und dem Wunsch, dass alles bitte noch nicht wahr sein möge.
In den letzten Wochen war mir scheißegal, was sie fraß.
Ab Mitte Juli wusste ich, dass wir vermutlich nur noch wenige Wochen hatten. In dieser Zeit tat ich vieles von dem, was ich auch als Fachfrau empfohlen hätte. Aber ich tat es als ihr Mensch.
Es war mir scheißegal, was Mischu fraß. Hauptsache, sie fraß überhaupt etwas. Sie bekam jeden Tag ein Buffet aus vielen kleinen Mahlzeiten, Miniportionen. Täglich stellte ich ihr irgendeinen ernährungstechnischen „Bullshit“ hin, um alles zu versuchen, worauf sie Appetit haben könnte. Und sie ging dann doch zum hochwertigen Futter und nahm das an. Ich habe mich über jeden Bissen gefreut, egal wie viel oder wenig.
Ich feierte jeden positiven Moment. Denn jeder Tag war anders, manche Tage waren unendlich schwer. Für mich und mit Sicherheit auch für Mischu.
Jeden Abend kam diese quälende Angst: Was, wenn ich am nächsten Morgen aufstehe und Mischu nicht mehr lebt?
Weil mich diese Angst so lähmte, verabschiedete ich mich jeden Abend ganz bewusst von ihr:
„Mischu, ich wünsche dir eine gute Reise. Und wenn das der letzte Moment ist, an dem wir uns hier sehen: Ich werde dich nie vergessen. Du bist die Beste. Du warst die Beste. Ich liebe dich für immer.“
An manchen Abenden waren diese Worte zentnerschwer. Aber es war mir wichtig. Ich wollte ihr signalisieren, dass sie gehen durfte. Gleichzeitig spürte ich, dass sie noch nicht so weit war. Ein Sterbeprozess richtet sich nicht danach, wann wir bereit sind. Er hat, genau wie eine Geburt, seinen ganz eigenen Ablauf und sein eigenes Tempo. Mischus Weg war ihr Weg. Und sie durfte ihn in ihrem Tempo gehen.
Der Leuchtturm im Nebel
Trotz all meiner Erfahrung gab es einen Moment, in dem ich den Boden vollständig verlor. Meine Gedanken waren längst viel weiter als Mischu. In meinem Kopf war alles düster. Ich sah nur noch den Tod und konnte kaum noch erkennen, was an diesem konkreten Tag tatsächlich da war, ob und wie viel Lebensqualität.
Die Angst schob sich wie eine dicke schwarze Wolke zwischen Mischu und mich. Ich konnte kaum noch sehen, wie es ihr an diesem Tag tatsächlich ging.
In diesem Moment stellte ich mich gedanklich neben mich. Ich sagte mir: „Sonja, jetzt reicht es. Jetzt schaust du genau hin.“ Was von dem ist Realität und was ausgelöst durch meine Panik, sie zu verlieren.
Ich holte mir ein Werkzeug zur Einschätzung der Lebensqualität und stellte mir selbst ganz sachliche Fragen, so wie ich es sonst bei meinen Kunden tat:
- Welchen Eindruck hatte ich heute wirklich von ihr?
- Wie viel hatte sie gefressen?
- Hatte sie gute Momente?
- …
Plötzlich konnte ich viele dieser Fragen mit Ja beantworten. Die düstere Wolke in meinem Kopf passte überhaupt nicht zu der Realität. Mischu war zu diesem Zeitpunkt noch Wochen von ihrem Tod entfernt. Ich war in meiner Angst viel zu weit vorausgeeilt.
Mit dieser Sachlichkeit kam die Ruhe zurück und von dem Tag an hatte ich mein Tool, was mich immer beim Abdriften in den Panikmodus in die Ruhe brachte.
Es war, als würde bei einem Leuchtturm im dichten Nebel plötzlich das Licht angehen. Auf einmal wusste ich wieder, wo mein Halt war.
Mischu hat mir damit noch einmal gezeigt, wie wertvoll ein Lebensqualitätskompass ist. Nicht als starre Checkliste, die uns eine Entscheidung abnimmt, sondern als Orientierung, wenn Angst und Wirklichkeit kaum noch voneinander zu unterscheiden sind.
Das, was ich damals geschafft habe – diesen Nebel zu lichten und den Halt wiederzufinden –, das kannst du auch. Du musst kein Profi sein, um dein Tier stark und voller Liebe durch diese Zeit zu führen. Du darfst verzweifelt sein, du darfst weinen. Aber du darfst dir ein Werkzeug an die Hand geben lassen, das dir den Weg leuchtet.
Der 20. August 2020
An diesem Tag endete unsere gemeinsame Reise. Es war ein drückend heißer Sommertag. Ich musste für eine kurze Erledigung das Haus verlassen, für einen Arzttermin, den ich nicht verschieben konnte. Wer in der Pflege eines alten Tieres steckt, kennt diese Zerreißprobe: dieses permanente schlechte Gewissen und die Angst, irgendetwas passiert, wenn man fort ist.
Als ich ging, lebte sie noch. Als ich nach Hause kam und mich mein erster Weg zu ihr führte, war sie eingeschlafen….für immer.
Natürlich wäre ich in diesem letzten Moment gern bei ihr gewesen. Gleichzeitig weiß ich heute durch unzählige Begleitungen: Viele Tiere suchen genau diese absolute Ruhe, um ihren letzten Schritt zu machen. Manche gehen genau in dem Moment, in dem ihr Mensch kurz den Raum oder das Haus verlässt. Sie tun das nicht, weil die Bindung zu schwach war oder weil wir etwas falsch gemacht haben. Sie tun es, weil sie so die größtmögliche Ruhe haben.
Mischu starb allein. Aber sie starb nicht verlassen. Sie war zu Hause und sie war unendlich geliebt.
Schuldgefühle und Erleichterung nach dem Tod eines Tieres
Mit Mischus Tod begann nicht einfach nur die Trauer. Es kamen die Schuldgefühle.
In den letzten Wochen hatte ihre Pflege fast meine gesamte Zeit und Energie gefressen. Als das plötzlich wegfiel, spürte ich neben dem tiefen Schmerz auch eine ganz klare, körperliche Erleichterung. Der Dauerstress fiel von mir ab. Und prompt meldete sich die innere Stimme: „Jetzt bist du also erleichtert? War sie dir etwa eine Belastung?“
Dieser Gedanke tat unendlich weh. Wir glauben oft, dass in der Trauer nur der reine, zerstörerische Schmerz erlaubt ist. Erleichterung wirkt wie ein Verrat am geliebten Tier.
Aber das ist Blödsinn.
Erleichterung bedeutet niemals, dass du dein Tier weniger geliebt hast.
Sie bedeutet nur, dass eine lange Zeit der permanenten Sorge, der schlaflosen Nächte und der Anspannung zu Ende gegangen ist. Dein Körper merkt einfach, dass er nicht mehr rund um die Uhr funktionieren muss. Du darfst traurig und erleichtert zugleich sein. Du darfst dein Tier schmerzlich vermissen und trotzdem wieder durchatmen. Keines dieser Gefühle misst oder wertet deine Liebe.
Lass dir auch von außen nichts einreden. Sätze wie „Sie war doch schon alt“ helfen dir nicht. Ja, meine Mischu war alt. Das machte ihren Tod für mich keinen Millimeter leichter. Solche Sätze lösen nichts. Sie machen eine schwere Situation nur noch schwerer.
Trauer braucht keine klugen Sprüche oder schnellen Lösungen. Trauer braucht Raum – und manchmal einfach einen Menschen, der diesen Raum mit dir aushält.
Trauer um ein Tier: Was nach seinem Tod bleibt
Mischu ist seit dem 20. August 2020 nicht mehr körperlich bei mir. Trotzdem ist sie fest in meinem Leben, in jedem Tag und in meiner Arbeit verankert.
Sie ist in den Antworten, die ich Menschen gebe, wenn jemand vor lauter Angst die Realität aus den Augen verliert. Sie ist in meiner Haltung, niemals vorschnell über die Entscheidungen anderer zu urteilen. Sie ist der tägliche Beweis für mich, dass niemand einen Abschied einfach „wegprofessionalisieren“ kann.
Ein Tier hinterlässt nicht nur eine Lücke. Es hinterlässt Erinnerungen und mit ihnen Erfahrungen, eine tiefere Reife und eine Kraft in uns, von der wir vorher gar nicht wussten, dass wir sie besitzen.
Denn die Liebe bleibt. Und mit ihr noch so viel mehr.
Was ich mir damals gewünscht hätte
Wenn ich heute an diesen Sommer 2020 zurückdenke, weiß ich genau, was mir gefehlt hat. Nicht noch mehr Fachwissen oder tiermedizinische Ratschläge. Ich hätte mir mehr Mut gewünscht und mein Du-darfst. Dann hätte ich zugelassen, dass mich Menschen auffangen, hätte zugelassen, dass ich gerade nicht stark sein brauche. Ich hätte mir erlaubt einfach nur der Mensch sein, der sein Tier unendlich liebt und Angst vor dem Abschied hat.
Einen Ort, der mich auffängt, damit ich nicht allein versuchen muss, meine Angst und die tatsächliche Situation meines Tieres auseinanderzuhalten.
Du darfst Gefühle zulassen, in einem geschützten Raum!
Genau das versuche ich heute für dich zu sein – durch meine Arbeit bei Tierisches Wissen, durch alles rund um die Lebewohlpfote und durch mein Herzenshelfer-Netzwerk. Nicht, um dir zu sagen, welchen Weg du gehen musst. Sondern damit du einen solchen Raum hast mit einem Weg, den du für dich frei wählen darfst.
Denn niemand von uns sollte in diesem Moment eine Rolle spielen müssen. Du darfst sein. Denn wenn es um unsere Tiere geht, sind wir alle gleich:
Wir sind einfach nur Menschen, die von ganzem Herzen lieben.
Herzenshelfer finden
Du erkennst dich darin wieder? Schreibe mir entweder über diese Seite oder via E-Mail. Und solltest du eine Begleitung brauchen, trennt dich nur ein kleiner Klick von meinem Herzenshelfer-Netzwerk. Du findest mit einem Knopfdruck eine Broschüre, die dir nicht nur Begleiter in 3 Ländern vorstellt, sondern auch ein paar erste Hilfe Tipps für schwere Momente.
PERSÖNLICHES ZUM SCHLUSS
Ich bin Sonja!
Sechs Jahre sind vergangen und trotzdem ist da noch immer ihre Präsenz. So, als hätte Mischu etwas in unserem Leben eingenommen, das bis heute zu uns gehört. Viele Menschen haben Angst, dass diese Verbindung irgendwann verschwindet. Sie fürchten, ihr Tier zu vergessen, einzelne Erinnerungen zu verlieren oder durch ein neues Tier etwas zu verraten, das einmal einzigartig war. Ein neues Tier ist kein Verrat. Und ein verstorbenes Tier wird nicht ausgelöscht, nur weil das Leben weitergeht.
Jedes Tier ist ein einzigartiges Geschenk. Es bringt etwas mit, das vorher nicht da war und das kein anderes Tier genauso mitbringen wird. Vielleicht ist es ein wenig wie mit einem winzigen Fremdkörper, der in eine Muschel gelangt und dort mit der Zeit zu einer Perle wird. Jedes Tier hinterlässt eine eigene Perle in unserem Leben.
Vielleicht kannst du diesen Gedanken im Moment noch nicht fühlen, weil deine Trauer noch zu groß ist. Das ist in Ordnung. Du brauchst heute noch nicht erkennen, welches Geschenk dein Tier dir hinterlassen hat. Glaube mir, das kommt mit der Zeit.
Ich weiß, dass der Abschied oft ein „nie wieder ein Tier“ zu Tage bringt. So war es auch bei mir. Trotzdem würde ich keines dieser Tiere aus meinem Leben streichen wollen.
Jedes von ihnen hat mich bereichert. Jedes hat etwas in mir bewegt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke, das unsere Tiere uns hinterlassen können. Sie verändern nicht nur unser eigenes Leben. Manchmal wirkt das, was sie uns beigebracht haben, durch uns in anderen Menschen weiter. Und so bleibt nicht nur die Liebe.
Es bleibt ihre Geschichte. Es bleibt das, was wir gelernt haben. Es bleibt die Person, zu der wir durch sie geworden sind.
Es gab dieses Tier. Und weil es dieses Tier gab, wird die Welt nie wieder ganz so sein wie vorher.
Deine Sonja
Gründerin der Lebewohlpfote und Mensch mit Herz
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Ich richte hier ganz bewusst einen Scheinwerfer auf das, worüber die meisten lieber schweigen.
Auf den Tiertod. Auf die Trauer um ein „nur ein Tier“. Auf den Schmerz, der so oft mit einem schnellen „Hol dir doch ein neues“ weggewischt wird. Aber dieses Tier war kein „nur“. Es war dein Gefährte. Ein Familienmitglied. Ein Stück deines Zuhauses.
Die Sterbe- und Trauerbegleitung von Tieren und ihren Menschen ist in meiner tierischen Berufung zu meinem Herzensthema geworden. Hier auf dem Blog schenke ich dir Texte, die dir Halt geben sollen, wenn alles um dich herum im Nebel verschwindet. Wie ein Leuchtfeuer, das dir Richtung gibt, auch wenn du gerade noch keine Kraft hast, selbst zu leuchten.
Du kennst jemanden, dem dieser Artikel helfen könnte? Dann stups ihn liebevoll darauf. Trauernde fragen selten nach Hilfe. Aber sie spüren, wenn jemand an sie denkt.
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©Lebewohlpfote - Sonja Tschöpe